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Quartett Chrysaetos


Quartett Chrysaetos

17. Dezember 2020
19.30 Uhr

F. Ries
Quartett in c-moll op. 126/2, Nr. 5

L. v. Beethovens
Quartett in c-moll op. 18, Nr. 4


Live aus der Augustinerkirche Zürich

Live-Stream

"Streichquartette im Sturm und Drang"
Beethoven und sein Schüler Ferdinand Ries

Im Programm "Streichquartette im Sturm und Drang" stellen wir eines von Beethovens "untypischen" Quartetten einem heute beinahe vergessenen Werk gegenüber: F. Ries ist heute nur noch als Beethovens Biograf bekannt, war aber Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts ein geschätzter Komponist. Sein Quartett in c-moll op. 126/2 weist in eine Richtung, die um 1800 en vogue war, aber schon im 19. Jahrhundert als veraltet galt. Auch Beethovens Quartett in c-moll op.18 No.4 gilt in der Musikgeschichtsschreibung als rückständig, weil es einen Stil verwendet, der Beethovens späterer Entwicklung zuwiderläuft: Das Quartett spielt mit Elementen des Sturm und Drang – einer Schreibweise, die die Grenzen der klassischen Genres durchbricht und sich durch Erfindungsreichtum und überschwänglichen Gefühlsausdruck auszeichnet. Durch die Gegenüberstellung der beiden Quartette wird ein um 1800 moderner Quartettstil erlebbar, der heute fast vergessen ist.

1799 beendet Joseph Haydn seine letzten Streichquartette. Im selben Jahr beginnt sein Schüler Ludwig van Beethoven mit der Komposition seiner ersten Sammlung von Quartetten. Er schliesst mit seinen sechs Quartetten op. 18 an sein Vorbild Haydn an, aber er imitiert diesen nicht einfach: Beethoven entwickelt in seinen Quartetten eine eigene Form der motivisch-thematischen Arbeit und der harmonischen Entwicklung, die für die Geschichte des Streichquartetts wegweisend wird.

Sein Quartett in c-moll aber weist noch nicht auf Beethovens späten Quartettstil voraus und gilt als eines seiner unausgewogensten und musikgeschichtlich "rückständigsten". Es nimmt nicht die Frühromantik vorweg, sondern spielt mit der Bewegung des Sturm und Drang, die in Literatur, Musik und Bildender Kunst Ende des 18. Jahrhunderts das Publikum bewegt. Das Quartett steht so zwischen der kammermusikalischen Tradition Mozarts und Haydns und dem 19. Jahrhundert. Beethoven selber sah sein Quartett kritisch und schrieb "Das ist ein rechter Dreck! gut für das Saupublikum," als sich Kritik und Publikum genau für dieses Stück begeisterten. Trotzdem veröffentlichte er sein Quartett ohne Überarbeitung, und es berührt uns bis heute wie kein zweites Kammermusikwerk Beethovens.

Ferdinand Ries ist heute nur noch als Freund und Biograf Beethovens bekannt. Zu Lebzeiten aber ist er ein in ganz Europa gefeierter Klaviervirtuose und Komponist. In der "Neuen Zeitschrift für Musik" urteilt ein Kritiker kurz nach seinem Tod: "Seine Symphonien werden immer zu dem Besten gehören, was die neuere und neueste Zeit in diesem Genre zu Tage gefördert hat". Die grosse musikhistorische Bedeutung seines Werks zwischen Klassik und Romantik ist gerade erst dabei, neu gewürdigt zu werden.

Ries’ Karriere ist von Anfang an eng mit derjenigen Beethovens verbunden: Der junge Beethoven nahm bei Ries’ Vater Unterricht und wurde von diesem unterstützt. Dafür nimmt Beethoven den 16jährigen Ries als Klavierschüler auf. Der jüngere Musiker wird zu einer Art Sekretär Beethovens, der für ihn Briefe schreibt und Noten kopiert – die beiden Komponisten bleiben ein Leben lang befreundet.

Beethovens Urteil über den jüngeren Komponisten aber fällt kritisch aus: "Er imitiert mich zu sehr," schreibt er über Ries. Als Beethoven selber schon einen Stil entwickelt hat, die Elemente der Romantik vorwegnimmt, komponiert der junge Ries weiterhin Kammermusik in der Tradition des Sturm und Drang.

Als "missing link" zwischen Klassik und Romantik fasziniert uns diese Tradition des Exzentrischen und des rebellischen jungen Genies. Es liegt uns am Herzen, diese Begeisterung für einen Ausnahme-Moment der Musikgeschichte mit einem konzertinteressierten Publikum zu teilen.

In unserem Konzert interpretieren wir die beiden Quartette auf historischen Instrumenten. Wir setzen uns dafür intensiv mit historischen Quellen zur Aufführungspraxis der Kammermusik des frühen 19. Jahrhunderts auseinander.





Quartett Chrysaetos

30. Oktober 2019
19.30 Uhr

F. Lachner
Streichquartett in h, op. 75, Nr. 1

F. Schubert
Streichquartett in d, op. post., Nr. 14, D 810

Atelier für Kunst und Philosophie
Albisriederstrasse 164
8003 Zürich


Quartett Chrysaetos

8. März 2019
19.30 Uhr

Emilie Mayer
Quartett in d-moll

Louise Adolpha Le Beau
Quartett in g-moll

Fanny Mendelssohn
Quartett in Es-Dur

Atelier für Kunst und Philosophie
Albisriederstrasse 164
8003 Zürich


Quartett Chrysaetos

18. Nov 2018
17.00 Uhr

Adolf Reichel
Streichquartett op. 27 in F-Dur

Johannes Brahms
Streichquartett op. 51 in c-moll

Zunfthaus zum Affen
Kramgasse 5
3011 Bern

Quartett Chrysaetos

17. Nov 2018
19.30 Uhr

Adolf Reichel
Streichquartett op. 27 in F-Dur

Johannes Brahms
Streichquartett op. 51 in c-moll

Atelier für Kunst und Philosophie
Albisriederstrasse 164
8003 Zürich


Quartett Chrysaetos

4. Mai 2018
19.00 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett Nr. 11 KV 171 in Es-Dur

Hyacinthe Jadin
Streichquartett Nr. 1 op. 2 in Es-Dur

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Nr. 2 op. 13 in a-moll

Résidence de l’Ambassadeur suisse
Tananarive, Madagascar

Quartett Chrysaetos

3. Mai 2018
19.00 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett Nr. 11 KV 171 in Es-Dur

Hyacinthe Jadin
Streichquartett Nr. 1 op. 2 in Es-Dur

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Nr. 2 op. 13 in a-moll

Salle Albert Camus
Rue de l’Indépendance
Tananarive, Madagascar

Quartett Chrysaetos

15. April 2018
17.00 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett Nr. 11 KV 171 in Es-Dur

Hyacinthe Jadin
Streichquartett Nr. 1 op. 2 in Es-Dur

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Nr. 2 op. 13 in a-moll

Atelier für Kunst und Philosophie
Albisriederstrasse 164
8003 Zürich